Hyperbel

Der Begriff Hyperbel stammt von dem griechischen Wort hyperbole, was soviel bedeutet wie Darüberhinauswerfen oder Übermaß. Dieses Stilmittel der extremen Steigerung wird längst nicht nur in literarischen Werken verwendet, sondern kommt ebenso im Alltag zum Einsatz, meist sogar inflationär in Form von Schimpfwörtern.

Die Verwendung der Hyperbel

In der Literatur und Sprache ist die Hyperbel auf kein spezielles Genre beschränkt. Sie findet sich in Romanen, Gedichten, Märchen, ebenso wie in antiken Epen, in der Bibel oder auch in freien Reden. Dabei übertreibt oder untertreibt die Hyperbel die zu beschreibende Situation und macht sie anhand eines Vergleiches anschaulich. Für den Rezipienten ist der Sachverhalt gegenständlich zwar unmöglich, aber dennoch sofort nachvollziehbar. Als Beispiel für eine typische Übertreibung dient die Umschreibung “wie Sand am Meer”. Hiermit ist eine sehr große, aber meistens noch zählbare Menge gemeint. Eine geläufige Untertreibung ist in etwa die Bezeichnung “großer Teich” anstelle von Ozean.

Sand am Meer ©flickr.com/bram_souffreau

Die Wirkung der Hyperbel

Die Wirkung einer Hyperbel liegt in erster Linie in ihrem komischen oder gar ironischen Charakter. Dies bedeutet aber nicht, dass sie ausschließlich scherzhafte Aussagen vermittelt. Ganz im Gegenteil. Eine Hyperbel kann sehr gut ernsthafte Gegebenheiten beschreiben. Ziel ist es lediglich, den Rezipienten auf etwas Außergewöhnliches hinzuweisen und dies anschaulich zu vermitteln. Zugleich spricht eine Hyperbel nahezu immer die Gefühle des Lesers an und intensiviert diese.

Die Interpretation von Hyperbeln

Eine Hyperbel wird so gut wie nie wortwörtlich interpretiert, sondern stets im übertragenen Sinn verstanden. Somit bietet sie dem Rezipienten eine Vergleichsmöglichkeit und macht zum Beispiel sehr eingängig auf Missstände oder ungewöhnliche Größenverhältnisse aufmerksam.